12. Oktober 2008
Ist die erste Rechnung nun erstmal da, wird die eben beschriebene flockige und lockerleichte Google und Spam-Einladungsatmosphäre schnell verärgert und agressiv.
Die oftmals ungewollten User sind entsetzt:
- Wieso sollte ich einen Führerscheintest machen? Ich habe doch schon einen Führerschein!
- Es war gar nicht mein Nachbar, der mich eingeladen hat!
- Ich habe gar nix gewonnen! Den Porsche habe ich nie gesehen!
- Das ist Abzocke und Betrug!
Die User erklären oftmals Widerruf, fechten die Verträge an und kündigen den vermeintlich abgeschlossenen Vertrag via Telefon, Fax, Email und auch mal per Brief-Einschreiben nach Dubai.
Nur: Was machen, wenn die Dienstleistung bereits genutzt wurde? Das Thema Widerruf / Anfechtung / Kündigung in dieser Stelle richtig zu diskutieren ist sehr schwer, da Fall für Fall einzigartig und andersartig ist. Vorgefertigte und standardisierte Briefe z. B. von Verbraucherzentralen sind oftmals ein nicht wirksames Mittel gegen diese Verträge. Wer entscheidet also, ob eine derartige Forderung „rechtens“ ist?
Vorerst jedoch befindet sich der Verbraucher, wenn er vehement die Zahlung verweigert, im sog. „Zahlungsverzug“. Es folgen nunmehr Mahnungen und Maßnahmen, in denen oder mit denen er (der Verbraucher) auf seine Zahlungspflicht mehr oder weniger scharf hingewiesen wird. In nicht wenigen Fällen werden Rechtsanwälte und Inkassounternehmen zum Forderungseinzug beauftragt. Folgende Themen spielen in diesem Kontext eine Rolle:
- Schufa
- Schuldnerdatenbanken allg.
- Pfändung
- Konkurs- und Insolvenzverfahren
- Gerichtliches Mahnverfahren / Mahnbescheid
- Verhandlungen am Amts- oder Landgericht
- Vollstreckungsbescheid
- Zwangsvollstreckung
- Gerichtsvollzieher
- Pfändung
- Konkurs- und Insolvenzverfahren
In einer Akte konnte ich einmal nachlesen, dass sich Verbraucher oftmals bedroht und genötigt fühlen (man spricht von sog. „Drohbriefen“, „Drohkulissen“). Auch hier stellt sich die Frage, ob Tatbestände der Nötigung und Drohung erfüllt seien. Fairerweise muss aber an dieser Stelle gesagt werden, dass es um ein sehr unschönes und unbeliebtes Thema geht: Außenstände und Schulden.
Tags: Abovertrag, Abzocke, Bad Hersfeld, Betrug, Christian Riebold
Veröffentlicht in Christian Riebold | Keine Kommentare »
12. Oktober 2008
Ist der User nun erstmal heiß auf das Angebot geworden, geht wie so alles in Deutschland rasend schnell, unüberlegt und vollkommen hemmungslos. Von Allgemeinen Geschäftsbedingungen, über Nutzungsbestimmungen bis hin zu Teilnahmebedingungen wird alles frisch, fromm und fröhlich bestätigt. Wie die Weltreise bei den Firmensitzen der Abzock-Firmen erlebt man macht der User nun eine viel zu schnelle kunterbunte Reise durch das deutsche Zivilrecht.
Dem aber noch nicht genug. Es werden darüber hinaus noch persönliche Daten ebenso bereitwillig eingetragen: Name, Straße, Ort, Telefonnummer, gar Kontonummern. Auch vor der persönlichen Konfektionsgröße oder Penislänge wird kein Halt gemacht.
Mit allem einverstanden? Ja klar. Ab auf den Anmeldebutton und ab dafür. Bestätigungsemail bekommen, noch mal alles schnell bestätigen und die Dienstleistung endlich nutzen. Nun passiert jedoch ein Phänomen: Der User verliert genauso schnell die Lust an der Dienstleistung wie er sie bekommen hat. Beim IQ-Test einen unterirdischen IQ in der Auswertung, beim Führerscheintest durchgefallen… der User schließt die Seite und hakt das ganze Thema ab.
Weit gefehlt! Denn wenige Tage später kommt eine Rechnung für die genutzte Dienstleistung. Schnell kontrolliert der User die besuchte Webseite und sieht unter der Anmeldemaske oder direkt daneben „plötzlich“ den Preis. Zwar erst auf den zweiten Blick, aber er steht da, wenn man vernünftig hinschaut. Es geht meist um 50,00 Euro bis 100,00 Euro.
Der Schock ist groß.
Veröffentlicht in Christian Riebold | Keine Kommentare »
12. Oktober 2008
Viele Menschen fühlen sich im Internet tagtäglich abgezockt. Verbraucher, Verbraucherschützer, Verbraucherzentralen, Rechtsanwälte, Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte schlagen Alarm: Ein Aufschrei der Entrüstung und Empörung geht durch Deutschland.
Es geht um sog. „Aboverträge“ („Abzocke“) im Internet. Hierbei werden Dienstleistungen angepriesen, wo der Preis nicht dominant und riesengroß auf einer Webseite vermerkt ist, sondern wo bis zum Ende durchgelesen werden muss, um diesen zu sehen.
Wie kommt es zu einer solchen Empörung?
Gewissen Firmen, in diesem Fall oftmals als Briefkasten-Firmen deklariert, betreiben objektiv ansprechende Internet-Webseiten aus mehr oder weniger fernen Ländern für den heimischen, deutschen Internetmarkt.
Oftmals erlebt man in diesem Kontext eine halbe Weltreise: Von der Schweiz über Liechtenstein nach England bzw. Großbritannien, weiter über Tschechien nach Rumänien - kurzer Zwischenstopp in Dubai - bis in das Ferne China. Die Themen Mehrwertsteuer und Steuern spielen demnach bei den Abzockern eine wohl eher untergeordnete Rolle. Bei solchen Steuer-Paradiesen als Firmensitz wird der Vorwurf der Steuerhinterziehung nicht zu vermeiden sein.
Aus Dubai oder London soll der gewöhnliche deutsche Bürger also in Städten wie Frankfurt, Schwerin, Saarbrücken oder Fulda mit vielfältigen Online-Dienstleistungen beglückt werden. Man findet hier über eine Suchmaschine wie Google alles von Rezepten, über Tatoos, Gedichten, IQ-Tests, Sparmöglichkeiten bei Fabrik-Einkäufen und noch vieles mehr. Pikanterweise werden sogar nicht selten verruchte Erotik-Dienstleistungen angeboten (interessiert an einem Bordellführer oder an der Erotik-Karriere als Pornodarsteller?).
Veröffentlicht in Christian Riebold | Keine Kommentare »
12. Oktober 2008
Dies ist das neue private Blog von Christian Riebold. Ich wohne aus beruflichen Gründen in Wismar und bereist oft und gern den schönen Osten unseres Landes. In diesem Blog möchte ich ab und zu einige Dinge posten, die von allgemeinem Interesse sein dürften. Ihr dürft sie gern kommentieren oder mich verlinken.
Euer
Christian Riebold
Tags: Abzocke, Bad Hersfeld, Betrug, Christian Riebold, Dresden, Frankfurt, Internet, Limited, Ltd., Rostock, Wismar
Veröffentlicht in Christian Riebold | Keine Kommentare »